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Samstag, 30. Juli 2011

[Serie] Freitags-Check-In #12 - vokal.total-Graz-Spezial (Teil 1: Klassik)

Weil die ganze letzte Woche eine total a cappellige war, kommt dieser Check-in selbstverständlich in dieses Blog. (Das andere Blog wäre ganzichselbst.) Ich schreibe diesen Beitrag, bevor ich die Berichterstattung der Kollegen angeschaut habe. Weiterles-Links gibts am Ende des Beitrages. Eine Menge Videos kann man sich auf dem UStream-Account des Festivals ansehen. Die hier verwendeten Fotos stammen von Silke Arnold und Christina "Krichy" Johann. Also los:

Am Sa, 23. Juli trafen spät abends meine Schlafgäste Ira, Krichy und Silke bei mir ein. Am So, 24. Juli ging es dann auch direkt nach dem Frühstück los. Für Krichy und mich zum dritten Mal, Ira und Silke waren jetzt zum zweiten Mal mit dabei. Silke fuhr, ich navigierte. Offenbar nicht so ganz gekonnt, denn nach 2 Stunden Fahrt durch Tschechien waren wir ... wieder in Altenberg. Also das ganze nochmal von vorn. Ansonsten war die Fahrt eher nicht sonderlich abwechslungsreich, abgesehen von unserem idyllischen 1-Stunden-Picknick neben Lastern und von den Skoda Roomsters (das Auto hat es mir irgendwie angetan) in neuen ungewöhnlichen Farben: Wellensittichblau, Eierschalenbeige, Feuerwehrrot, Leberbraun und Zitronengelb.

Wir kamen nach 10 Stunden Fahrt endlich an unserem Hotel in Linz - dem Youthhotel mit Doppelzimmern für 55 € - an. In der Stadt sollte ein Straßenfest stattfinden, aber dafür waren wir wohl zu spät. Außerdem war es kalt und regnete, und wir waren nur hungrig und geschafft. Im Hotel lag ein Flyer eines Imbisses aus, den suchten wir auf und fielen danach bald geschafft in die Betten.

Am Mo, 25. Juli entdeckte ich beim Frühstück vor dem Fenster einen bunten Bus in geliebtem Wolkenhimmel-und-Kuh-Design! Die Ben & Jerry's-Fair! Eistour 2011 machte ausgerechnet vor unserem doch recht abgelegenen Hotel Zwischenstopp zum Neubefüllen des Busses, bevor es in die Innenstadt ging!


Scoop Sheriff und Scone Ranger beschenkten jede von uns mit 3 Bechern Eis! Ich war happy. Aber sooo viel Eis schafften wir dann doch nicht, also genossen wir jede eins sofort, packten ein weiteres (was dann bald einem Shake ähnelte) in die Kühltasche und verschenkten das dritte an das nette Hotelpersonal. (Übrigens, die Eistour geht noch bis Mitte August, kommt in viele Städte Deutschlands - man kann auch Orte vorschlagen! - und macht am 13. August in Dresden halt!)

Und auf ging's nach Graz. Durch die Berge. Atemberaubend! Die ganze Fahrt dauerte dann nochmal 7 Stunden. Als wir schließlich in der Unterkunft ankamen, war das Büro nicht mehr besetzt. Aber der freundliche Hausmeister half uns aus der Patsche, gab uns seinen eigenen Schlüssel, und wir konnten unsere Zimmer beziehen. Viel Zeit zum Einrichten blieb uns nicht, denn um 20 Uhr startete der 1. Wettbewerbsteil: Klassik.

Beim ganzen Wettbewerb waren 22 Gruppen anwesend, von denen ich nur 4 vorher kannte. Dazu kamen die Beatboxer. Der Klassik-Ausscheid fand gleichzeitig mit der Beatbox-Battle statt, weshalb wir nur eines besuchen konnten und wir zum ersten Mal einen anderen Veranstaltungsort als den Dom im Berg sahen, den Minoritensaal auf der anderen Seite des Flusses Mur. Der Saal ist prunkvoll mit seinen Wand- und Deckengemälden, und die Akkustik ist hervorragend. Alle Gruppen traten ohne technische Verstärkung auf. Die meisten Gruppen moderierten ihre 20-Minuten-Auftritte nicht, weshalb mir gerade in "Klassik" die inhaltlichen Informationen zu den Stücken ein wenig fehlten. Auch fand ich es ungewohnt, dass hier, anders als in Leipzig, zwischen den Stücken applaudiert wurde. Moderiert wurde der Abend von Peter Sciri, dem neuen Organisator des ganzen Wettbewerbes ab 2012 (wenn ich das richtig verstanden hab). Er machte das gut, sprach irritierenderweise allerdings immer von den Chören des Abends.

Latvian Voices (Lettland)
Ich fand alle Gruppen qualitativ sehr gut. Der Auftritt von Vocalica aus Lettland war kurzweilig. Die Jazz & Gospel Community aus Florenz wirkte unangestrengt, kam mir aber viel länger vor, und ihr letztes Stück - "Summertime" - sorgte für einige Kritik, da es zwar ein Jazzklassiker sein mag, aber irgendwie doch die Kategorie verfehlte.  

Publikums- und Ward Swingle Award errangen an diesem Abend die wundervollen Mädels der Latvian Voices (Lettland). Ich hatte sie 2010 schon in Leipzig erlebt. Seitdem haben sie sich nochmal spürbar weiterentwickelt. Ihre beeindruckenden kräftigen Stimmen sorgten für ein Raunen im Publikum.

Octavians (Deutschland)
Die nächste Gruppe waren die Octavians aus Jena (#acappellaost), allerdings nur zu siebt. Auch ihre Darbietung war sehr beeindruckend, besonders der klare Countertenor. (Laut Jury-Mitglied Franz Jochum waren sie "das Ensemble mit der höchsten Frauenstimme" des Abends.) Leider brachen ihnen die höchsten Töne von Rajatons "Butterfly" dann doch das Genick. Sehr schade für die Jungs.

Nach ihnen betraten die Himmelstöchter aus Köln die Bühne. Sie hatten ebenfalls einen Ausfall und waren nur zu dritt. Ihr schottisches Liebeslied, das arabische/hebräische/englische "Schwerter zu Pflugscharen"-Stück (O-Ton) oder "Scarborough Fair" waren schön gesungen. Sie erhielten ein Silberdiplom.

Cuesta Chamber Singers (USA)
Die letzte Gruppe des Abends, Cuesta Chamber Singers aus den USA, entpuppte sich - nach Meinung vieler Leute, mit denen ich sprach - als Mogelpackung: Es handelte sich eigentlich um einen Chor von 19 Leuten, plus Dirigent. Aus dieser Gruppe sangen jeweils nur 7 oder 8, die anderen warteten währenddessen hinter ihnen. So mit "Auswechselspieler", immer wieder frischen Stimmen ... für mich lief das trotz hoher gesanglicher Kunst doch außer Konkurrenz. (Sie errangen ein Golddiplom und den 2. Platz. Einen Drittplatzierten gab es nicht.)

Für uns endete der Abend bei Burgern und Pizza und unnützem Wissen in einer Brot & Spiele-Kneipe, vor deren freundlichen Kellnern ausdrücklich gewarnt wurde.



Wie die Reise weiterging, steht dann im nächsten Teil des Berichtes. Stay tuned.





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