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Sonntag, 21. März 2010

#acappellaost - Derzeitiger Stand der Dinge

Ich habe meinen Aufruf vom 12. März in diversen Fanforen und -gruppen gepostet, und hier sind jetzt mal die bisherigen Reaktionen - anonymisiert - zusammen gefasst. Ihr dürft euch gern an der Diskussion beteiligen, z. B. mittels der Kommentarfunktion hier im Blog. Ich freu mich ebenfalls über Weiterverbreitung meines Aufrufs. Vielen vielen Dank.


Fan 1:

Ich wohn zwar nicht mehr im Osten, aber das Problem gibt nicht nur dort. Wenn du unten in Bayern oder in Baden-Württemberg oder irgendwo in der Pampa wohnst (so wie ich) musst du auch immer weite Strecken fahren. Unter 100-150 km komm ich außer zu den Voces auch zu keiner Band. Außerdem würde ich das nicht so generalisieren. Bei fünf mag das vielleicht zutreffen, dass sie nicht die ganze Republik abdecken. Aber das sie vielleicht tendenziell mehr im Süden auftreten, liegt denk ich mal auch dran, dass sie dort herkommen. Da haben sie schon am Anfang gespielt, da kennt man sie eben schon länger, da sind die schneller zuhause, ...
Aber es gibt auch andere a cappella-Bands, die definitiv im Osten auftreten, bspw. die Medlz (als Dresdnerinen), die Voces (waren erst letztens dort). Ob die Wise Guys jetzt noch kommen, dann ich dir nicht sagen, aber meine ersten Konzerte hatte ich in Ostdeutschland (Leipzig, Zwickau, Halle). Und die waren sogar schön über das Jahr verteilt. Das GlasBlasSing Quintett ist auch sehr häufig dort (wenn man die mal als a cappella-Gruppe sieht) [und zu mehr Gruppen kann ich mich nicht äußern, da ich die nicht besuche und deshalb die Terminplanung nicht verfolge]. [...] Alles in allem will ich ja nicht absprechen, dass im Osten wirklich weniger aufgetreten wird, aber die Aussage, dass der Osten fast ganz ignoriert wird, stimmt nicht. Und nicht nur ihr müsst zu Konzerten ne ganze Weile fahren, dass trifft auch jeden anderen, der nicht gerade in einer Metropole wohnt. [...]


Meine Antwort:

[...] Ich weiß, dass dieser Eindruck entstehen könnte, aber ich möchte nicht die Teilung Deutschlands wieder heraufbeschwören. Ich hab mich einfach geographisch auf den Osten der Republik spezialisiert, weil ich hier wohne und arbeite. Und hier meine Marktlücke sehe.

Ich wollte auch nicht die Füenf als einziges schlechtes Beispiel hinstellen. Ich mag die Band sehr gerne und würde gerade sie gern viel öfter erleben, deshalb bin ich ja so traurig, dass sie nur so weit entfernt von mir spielen. Und gerade mit dieser Band und deren Manager bin ich auf das Problem zu sprechen gekommen, dass es offenbar im Osten keine interessierten Veranstalter gibt.

Die medlz und die anderen Bands, die du erwähntest, treten wirklich im Osten auf. Das liegt wohl tatsächlich an ihrer Herkunft. Genau wie bei den Füenf spielen Bands halt am ehesten da, wo sie Zuhause und bekannter sind. Es gibt aber viel viel mehr tolle A Cappella-Bands in Deutschland und auch international, für die ich als Ost-Agentur gern eine Grundlage für Auftritte vor Fans im Osten schaffen würde.

Auf den Spielplänen der "großen" Bands - außer Wise Guys, das stimmt (sie kommen tatsächlich 2 x jährlich nach Dresden, nach Berlin und auch nach Leipzig, soweit ich weiß) - fällt wirklich auf, dass die östlichen Veranstalter sehr rar gesäht sind. Klar, generell sind es überhaupt in ganz Deutschland nur einige wenige Veranstalter, die sich auf A Cappella spezialisiert haben oder sich auch nur halbwegs mit A Cappella auskennen und daher gern A Cappella-Bands buchen. Die anderen muss man erst davon überzeugen, dass auch Bands "ohne Musik" Unterhaltung für ihr Publikum bringen, und das ist überall schwer.

Aber es sind tatsächlich, wie gesagt, schon mehrere Bands - auch im Osten ansässige - auf mich zugekommen und haben sich beschwert, dass es so schwer ist, Veranstalter im Osten zu finden, die das Wagnis mit ihnen eingehen. Und mir wurde auch von Veranstaltern schon gesagt, dass sie kein Stammpublikum hätten und daher nur bekannte Acts buchen würden. Deshalb liegt es meiner Meinung nach nahe (und interessiert mich auch aus persönlichen Gründen Wink), mal zu eruieren, ob es überhaupt sowas wie eine A Cappella-Fangemeinde im Osten gibt, die bereit wäre, für gute Bands in den neuen Bundesländern ein wenig herumzureisen. Ich selbst kenne ja nun einige A Cappella-Fans, aber aus bekannten Gründen Wink konzentrieren die sich geographisch mehr sehr weit im Westen - um Frankfurt/Main herum - oder noch in der Hannoveraner Ecke.

Klar, ich bin gern bereit, für spezielle Anlässe wie etablierte Festivals auch weiterhin weiter zu fahren. Aber nichtsdestotrotz bleibt es bei der Tatsache, dass hier konzertmäßig ebenfalls mehr los sein könnte. Und dabei hoffe ich mitwirken zu können. [...]


Fan 2:

ich gehöre nun leider auch so gar nicht zu der zielgruppe für deinen aufruf, aber ich kann mit meiner meinung auch nicht hinterm berg halten...'Embarassed'

folgende aussage ist mir in dem zusammenhang ganz übel aufgestoßen 'Evil  or Very Mad':

Magenta Knickebein hat folgendes geschrieben:
... und haben sich beschwert, dass es so schwer ist, Veranstalter im Osten zu finden, die das Wagnis mit ihnen eingehen. Und mir wurde auch von Veranstaltern schon gesagt, dass sie kein Stammpublikum hätten und daher nur bekannte Acts buchen würden.


was ist das denn für eine einstellung? warum soll was, was in den ganzen (ur)alten bundesländern funktioniert (außer in einigen benachteiligten gegenden [...]), nicht auch in den noch-nicht-soo-alten bundesländern funktionieren? und wenn ich so ein argument höre, da guck ich mich dich gleich mal um, wie das bei den ach so raren acapella-veranstaltungen in "meiner" gegend aussieht? - gähnend leere säle? publikum, das nach dem ersten set aussteigt (physisch oder mental)? glaube ich nicht - auch die bands, die den weg in den - und vor allem einen veranstalter im - osten finden, machen das ja nicht aus schierem mitleid mit den paar versprengten fans dort!

und wer weiß, vielleicht ergibt sich ja ein stammpublikum (für den veranstalter), wenn man nicht immer nur altbewährtes auf dem plan hat! mein lieblingsveranstalter hat sein stammpublikum auch, weil da jede menge abwechslung, und viele überraschungen dabei sind - und wir sind hier in der glücklichen lage, eine riesige auswahl an veranstaltern aller richtungen zu haben (da müßte man doch grade in ballungsgebieten angst vor der konkurrenz bzw. damit zusammenhängender mangelnder zuschauerzahlen haben!).

also fans mobilisieren ist sicher gut, aber so ein paar statistiken von real existierenden acapella-veranstaltungen könnten den einen oder anderen zaudernden noch-nicht-acapella-veranstalter vielleicht ja auch motivieren, oder? 'Wink'



Fan 1:

Ich nochmal Wink

Ok, zur Veranstalterseite kann ich natürlich nix sagen, ich bin nur Konsument Very Happy ... ich hab aber noch ne Anregung für dich. Schalte doch ne Gruppe oder sowas auf Facebook. Weil ich glaube, du bekommst hier nicht das Zielpublikum, dass du brauchst/willst. Weil "alle/die meisten aus dem Osten", die hier angemeldet sind, sind ja a cappella-Fans, die musst du ja nicht mehr dazu bringen, a cappella-Veranstaltungen zu besuchen. Du bräuchest glaub ich eher neue Leute, die sich in Zukunft a cappella-Konzerte anschauen wollen, damit es mehr Publikum gibt.
Vielleicht wäre dann so ne Aufruf-Gruppe auf Facebook/... ganz gut, wo für mehr a cappella-Konzerte plädiert wird und das vielleicht dann Mitglieder dieser Gruppe Veranstalter anschreiben und um mehr a cappella-Konzerte bitten. Vielleicht merken die Veranstalter dann, dass ein Zielpublikum da ist und sie solche Veranstaltungen anbieten sollten.

Ich drück dir natürlich die Daumen, dass es klappt, vielleicht werden die Veranstalter dann mutiger Smile



Meine Antwort:
[...] genau, ich hab auch immer so gedacht wie du: 'Die bisherigen Veranstaltungen haben doch auch ihr Publikum, so schwer kann es doch also nicht sein.' Jetzt merke ich, 1. Es gibt wirklich kaum bisherige Veranstaltungen hier und 2. Es ist doch schwer. Der Konzertsaal bei Viva Voce war voll (aber nicht ausverkauft), weil es eine von einer Bank gesponsorte Veranstaltung für gute Kunden war, die die Karten geschenkt bekommen haben. Cadence hatten einen vollen Saal von grad mal 150 Leuten, weil sie Jazz machen und im Rahmen der Jazztage eingeladen waren. Die Komödie bei LaLeLu war voll - dank der medlz, wie LaLeLu selbst sagten. Selbst internationale Topacts wie die Flying Pickets waren nicht ausverkauft. Wer dagegen waren die 700 begeisterten Zuschauer beim Festival in Ilmenau/Thüringen?? Wo sind die Fans aus dem Osten?? Erfahren die nichts von den Konzerten? Werbung ist sehr regional beschränkt, wenn es denn überhaupt welche gibt. Deshalb würde ich die Fans gern aufstöbern, um sie besser informieren zu können.

Die Wise Guys sind hier tatsächlich fast immer ausverkauft, und der Saal ist um einiges größer als die, die andere Bands suchen würden. Die Wise Guys sind aber echt 'ne Ausnahmeband, was ihr Tourpensum angeht. An dem kann man die meisten anderen Bands nicht messen. Ihr könnt ja selbst mal einen näheren Blick auf die Tourpläne von Maybebop, LaLeLu, Basta (ok, bei ihnen sind immerhin Zwickau und Dresden dabei - ein Anfang), Füenf ... werfen - deutschen Bands, die durchaus nicht nur in ihrer Heimatregion oder in großen Städten touren -, dann werdet ihr sehen, dass da so gut wie keine Orte bei uns drauf stehen ...

Ich gebe die Schuld nicht den Bands bzw. ihrem Management. Leider macht sich derzeit ein Zaudern bei den Veranstaltern bemerkbar. Das hab ich jetzt auch nach der Kulturbörse zu spüren bekommen. Müssen wohl immer noch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sein.

Und [...], es gibt bereits in allen Plattformen A Cappella-Fangruppen, und natürlich hab ich die längst unterwandert, auch mit dem Beitrag von oben Wink [...]



Fan 3:
Ich denke eher, es hat was damit zu tun, dass A Cappella so unterschiedlich daher kommt. Nur weil einem eine Band gefällt, muss das nicht heißen, dass einem eine andere auch gefällt, weil sie auch A Cappella macht, aber eine ganz andere Musikrichtung.

Wenn ich mich entscheide, zu einem Konzert zu gehen, dann will ich auch vorher sicher sein, dass mein Geld gut angelegt ist und ich nicht hinterher enttäuscht nach Hause gehe. Also ich will vorher wissen, was mich erwartet.

Daher renne ich zu jedem Wise Guys Konzert, die kenne ich, da bin ich Fan. Das waren auch die ersten, die ich je entdeckte, schon von daher haben sie auch weiterhin die Favouriten-Rolle bei mir.
Von Maybebop wurde ich neulich per CD und DVD angefixt ([...]), würde mich definitiv auch mal interessieren, mir das live anzugucken. Bequem vor der Haustüre wäre natürlich nett, ob ich auch dafür fahre, hab ich noch nicht entschieden.
Lalelu hab ich im Großen Garten schon mal einen Eindruck gewonnen und hat mir gefallen, also sofort Konzertkarten gekauft.
musix war umsonst (ich meine, kostenlos), da konnte man nicht viel falsch machen. Würd ich auch wieder hingehen.
Und UBK, da hat mich jemand hingeschleppt, die der Meinung war, das müsste man unbedingt mal gesehen haben *Niemanden Bestimmten anguck* Wink

Basta hab ich bisschen was im Fernsehen gesehen, das reizt mich nicht, weiter zu erforschen. Von den anderen kenn ich außer den Namen, die man ab und zu in Diskussionen so mitkriegt, nicht viel. Man müsste sich näher damit beschäftigen, aber ich hab zum einen Angst, den Überblick zu verlieren, und zum anderen ist das nicht das einzige, was mich interessiert, so dass ich meine Zeit (und Geld) aufteilen muss. [...]

Daher siehe oben - ich will wissen, was ich für mein Geld kriege. Keine Experimente. Da sind Fernsehauftritte oder A Cappella Festivals zum Schnuppern, oder Freunde die einen einführen, immer noch das Beste. Aber einfach so ins Blaue hinein? Nee, würd ich nicht machen.

Allgemein hab ich aber festgestellt, dass mir die lockere, leichte, mit Witz dargebotene Show besser gefällt als wenn es "nur" schön gesungen ist. So war ich von Rock4 nicht so beeindruckt, während die anderen getobt haben. Aber das war einfach nicht meine Art von Musik und nicht das, was ich unter A Cappella verstehe.

Und dass Bands, die neu sind, erst mal in ihrer unmittelbaren Heimat touren, beschränkt sich auch nicht auf A-Cappella. Mein Bruder würde gerne mal zu Adoro, aber da hab ich auch noch nichts finden können. Wenn man die Pillnitzer Schloss-Nacht mal nicht mitzählt.



Fan 2:
Fan 3 hat folgendes geschrieben:
Ich denke eher, es hat was damit zu tun, dass A Cappella so unterschiedlich daher kommt. Nur weil einem eine Band gefällt, muss das nicht heißen, dass einem eine andere auch gefällt, ...


na aber hallo! aber das ist ja mit jeder art von musik so. - oder mit theater - oder mit kabarett - oder... - oder ... und trotzdem werden sie angeboten. und da muß sich doch dann auch das passende acapella-gegenstück zur grundrichtung eines veranstalters finden lassen - bei dem angebot!

Fan 3 hat folgendes geschrieben:
Wenn ich mich entscheide, zu einem Konzert zu gehen, dann will ich auch vorher sicher sein, dass mein Geld gut angelegt ist und ich nicht hinterher enttäuscht nach Hause gehe. Also ich will vorher wissen, was mich erwartet..


da gibt's aber auch andere erfahrungen: jetzt nicht direkt im acapella-bereich... aber es kam durchaus schon vor, daß ich relativ enttäuscht aus einer vorstellung gegangen bin, von der ich vorher aufgrund von früheren erfahrungen oder schnipseln aus dem großen weiten netz total überzeugt war, daß das ein toller abend wird. und dann sitze ich da drin in und habe das gefühl von einem dèja-vue ins nächste zu stolpern - und dafür habe ich jetzt geld ausgegeben - schade drum!

klar, wenn man echter fan ist, sind auch "alte bekannte" immer wieder schön, aber es gibt ja noch gaaaanz viel zwischen desinteresse und beklopptheit Wink

natürlich kann man mit überraschungen auch ganz schön daneben liegen Evil  or Very Mad - kam aber bisher eher selten vor (so richtig eigentlich nur einmal), während die guten erfahrungen weit überwiegen, und die beste überraschung von allen war auch der anlaß, der mich in DIESES forum geführt hat Laughing



Meine Antwort:

[...] vielen lieben Dank für eure Beiträge. Besonders Fan 3's Beitrag zeigt mir grad mal wieder, was ich gern mal übersehe: Die meisten (A Cappella-)Fans sind eben nicht ganz so "bekloppt" wie wir drei ganz oben genannten. Soll heißen (für Uneingeweihte), es gibt auch Fans, die zum einen ihre eine oder wenige Lieblingsband/-s gefunden und daher wenig Grund haben, für weitere Bands viel Aufwand auf sich zu nehmen und zum anderen, daneben noch andere Interessen haben. Ich bin leicht zu begeistern und interessiere mich auch für vieles (andere Musik, ökologisch leben, meine drei Nichten, Bücher, Indien, Handglocken spielen, "Rocky Horror" ...), aber da ich A Cappella zu meinem Beruf gemacht habe, steht das z. Zt. schon sehr im Vordergrund und bestimmt auf jeden Fall darüber, wie ich meine Zeit, mein Geld, meine Gedanken und Energie verwende. Ich vergesse zu oft, dass es bei anderen nicht ganz so extrem ist.

Fan 3, du lebst offenbar ein gesundes Maß. Ich kann deine Ausführungen sehr gut nachvollziehen. Was dich betrifft, findet also in Dresden - gerade auch durch das Festival der medlz im Sommer mit drei Bands an einem Abend - genügend A Cappella statt? Und du siehst auch wenig Anlass, mal für ein Konzert nach Leipzig oder Berlin zu reisen?


Fan 3:
Magenta Knickebein hat folgendes geschrieben:
...aber da ich A Cappella zu meinem Beruf gemacht habe, steht das z. Zt. schon sehr im Vordergrund und bestimmt auf jeden Fall darüber, wie ich meine Zeit, mein Geld, meine Gedanken und Energie verwende. Ich vergesse zu oft, dass es bei anderen nicht ganz so extrem ist.


Ganz recht. Deswegen hab ich eben mal eine "normale" Kundenmeinung geschrieben Wink

Zitat:
Fan 3, du lebst offenbar ein gesundes Maß. Ich kann deine Ausführungen sehr gut nachvollziehen. Was dich betrifft, findet also in Dresden - gerade auch durch das Festival der medlz im Sommer mit drei Bands an einem Abend - genügend A Cappella statt?


Generell finde ich, findet in Dresden sehr viel verschiedenes Kulturmäßiges statt. Und ich gebe zu, ich fange grade erst an, es richtig zu entdecken, und meinen Blick für andere Sachen zu öffnen. All die Jahre hätte mich das eine oder andere schon interessiert, aber alleine wollte ich nicht, und mit wollte auch keiner.

Und ich versuche noch herauszufinden, wie viel mir "zuviel" (sowohl geldlich als auch zeitlich) ist oder ob ich mehr will. Ab und zu braucht man ein Highlight im grauen Alltag zwischen Arbeit und Fernsehen, ganz klar. Etwas, worauf man sich freut und voller Erwartung ist. Aber ich möchte auch nicht jedes Wochenende auf Achse sein, das wird mir zu stressig.

Und wenn ich zweimal jährlich Wise Guys abziehe, dann wäre mir persönlich ein drittes und viertes im Jahr vermutlich genug, da es ja auch noch Kleinkunst, Kabarett, Jazz, Musiktheater oder "richtiges" Theater gibt.

Wobei ich glaube ich mit meiner Einstellung "was der Dresdner nicht kennt mag er nicht" nicht ganz alleine bin Wink Diese Klagen hat man schon öfter von Veranstaltern gehört, dass altbekannte, bewährte Sachen immer gut gefüllt sind, während bei anderen Angeboten der Saal halbleer bleibt.

Zitat:
Und du siehst auch wenig Anlass, mal für ein Konzert nach Leipzig oder Berlin zu reisen?


Das kommt grundsätzlich auf die Umstände an. Ein klares "Nein" kann ich nicht geben, da ich ja auch zu den Verrückten gehöre, die mehrmals im Jahr nach Köln oder Essen fahren, nur wegen eines Konzertes Wink Das hätte ich vor ein paar Jahren auch nicht von mir gedacht.

Wenn also jemand mitgeht, so dass man auf der Fahrt jemanden zum Plaudern hat, und wenn ich am besten in der Stadt noch bei einer Freundin übernachten kann - super. Besagte Freundin sollte dann aber wenigstens auch Fan sein, denn mich einfach nur so einzuquartieren würde ich wieder nicht machen.

Und Leipzig würde dann vermutlich noch eine Autobahnfahrt spät in der Nacht nach Hause bedeuten, das würde mich wohl eher abschrecken. In Berlin hab ich bereits erfolgreich übernachtet.

Aber wie gesagt, das ist nur meine ganz persönliche Meinung, und wenn Du hundert Leute fragst, wirst Du hundert verschiedene bekommen. Also richte Dich bitte nicht nur nach mir!

Ich hoffe, dass das A Cappella Festival ein Erfolg wird und über die Jahre auch immer mehr Zuschauer anziehen wird, und das ist ja dann schon mal ein Anfang. Das Dixielandfestival hat auch mal klein angefangen und sieh, was draus geworden ist.


Fan 4:

Also ich war mit meinem früheren Wohnort Kiel auch schon relativ weit weg vom Schuß. So hoch in den Norden kommen auch nicht so viele.
Ich weiß nicht, ob es jetzt in Rostock am Norden oder am Osten liegt, dass so wenig Bands herkommen wink, aber über mehr Konzerte hier würde ich mich auf jeden Fall tierisch freuen!


Fan 5:

Jajaja, im Moment wäre ich auch auf jeden Fall noch dafür, dass viele Gruppen mal häufiger in diesen Gefilden hier unterwegs sind!!


Fan 6:

War es nicht so, daß zum Beispiel die Wise Guys in den Neuen Bundesländern gar nicht so viele Säle oder Hallen oder Ahnliches finden, wie sie gern würden, die in Größe und Ausstattung ihren Ansprüchen genügen? Vielleicht ist das für andere Bands ja auch ein Kriterium?

Gibt es A-Cappella - Bands, die aus dem Osten kommen? Ich kenne mich da nicht wirklich aus.


Meine Antwort:

Na ja, ich denke, nur bedingt. Die Wise Guys spielen schon in größeren Sälen als viele andere A Cappella-Bands (mit denen ich bisher zu tun hatte, jedenfalls). Der Alte Schlachthof hier in Dresden, wo die Wise Guys nun zweimal im Jahr auftreten, hat z. B. über 1.000 Stehplätze, viele andere Bands bewegen sich so zwischen 200 und 400 Sitzplätzen.


Fan 7:
Hallo!

Ich komme aus dem Westen (Köln). Und ich fahre auch schon mal weiter zu Konzerten... Wink

Wenn also die richtige Band zum richtigen Zeitpunkt im Osten ist, fahre ich auch dahin. Nicht "mal eben", aber schon ab und zu mal.

[...]

Hallo,

die richtigen Bands wären (imho):

- Bliss
- Viva Voce
- Klangbezirk
- Martin O.
- House Jacks
- Martin O.
- Straight No Chaser
- baSix

... to be continued ...

Und die Gruppen, die ich noch nicht kenne, ich mir aber auch anhören würde, wenn ich grade mal in der Stadt bin. D. h. wenn an einem Samstag eine der o. g. Gruppen ein Konzert hat und an dem Freitag vorher eine unbekannte andere Gruppe, dann kann man ja auch einen Tag früher hinfahren. Wink



Fazit bisher:

Ich danke schon mal allen sehr für ihre bisherigen Beiträge. Sie haben meine Denkrichtung in einigen Bereichen etwas verändert. Macht gern weiter so, ich freu mich über jede Anregung. Die "Zielgruppe" meines Aufrufs - Fans im Osten Deutschlands - war allerdings bisher noch kaum vertreten.

Zu manchen der gewünschten Bands werde ich demnächst wohl tatsächlich mehr verraten können Wink Es lohnt sich also durchaus, sich als Ost-Fan zu "outen" Smile Ich freu mich über alle eure Beiträge, anonym oder wie ihr mögt, per Kommentarfunktion oder per Mail an sandra@mad4music.de. So langsam wächst die kleine Ost-Fangemeinde :) Sie ist wirklich noch sehr sehr klein. Wer möchte, kann mir auch gern per Mail seine Mailadresse mitteilen, dann kommt ihr in meinen Ost-Fan-Mailverteiler und bekommt Konzerttipps etc. für die neuen Bundesländer.





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3 Kommentare:

  1. Hier mal ne Meldung aus dem aktiven Lager. Für uns ist es extrem schwer im Osten Fuß zu fassen, da, wie schon gesagt, Veranstalter nicht an uns interessiert sind. Pauschal muss man auch sagen, dass viele Leute in den neuen Ländern nicht bereit sind den notwendigen Eintritt zu zahlen. Das macht es natürlich auch nicht leicht so eine Veranstaltung zu finanzieren. So viel Kunst im Osten ist einfach auch sehr günstig oder umsonst.
    Fernsehen zum Beispiel. Und daher gehen auch viele nur zu den Acts, die
    sie aus dem Fernsehen kennen. Nach dem Moto - wer's noch nicht in's Tv geschafft hat, kann ja auch nicht so gut sein.
    Ein Beispiel. Im Rahmen des a cappella Festivals in Leipzig haben wir 2004 vor ausverkauftem Haus für sehr wenig Gage gespielt. Kein Veranstalter hat und danach gebucht. 2010 haben wir es dann auf eigene Faust versucht und ganze 35 Leute gezogen. Ziemlich Miese gemacht.
    Leipzig liegt ja auch nicht gerade neben Hannover. Nun ja, da verliert man natürlich auch den Mut. Gerade wenn man sich dazu noch in Halle und Dresden die Zähne an manchen Veranstaltern ausbeißt.
    Vielleicht hilft's ja von Fan-Seite mal einen Brief an ein passendes Theater zu schreiben. Ick wees ja ooch nich.
    Gruß vom Maybebop-Lukas

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  2. Das ist ja mal eine sehr interessante Diskussion und ich möchte all jenen danken, die über solch eine Problematik überhaupt erst nachdenken.
    Ich bin ein Ossi und toure auch mit einer Ossi-Band durch die Gegend und besonders im letzten Jahr auch viel durch die neuen Bundesländer. Mein Eindruck bestätigt die These von Lukas und ich habe mir Gedanken über die Ursache gemacht: Ich glaube, dass wir Ossis - jetzt mal verallgemeinert - durch die Wendezeit eine grundsätzlich andere Einstellung zu Veranstaltungen haben. Die Bereitschaft, mal spontan in ein Konzert einer Band zu gehen, die man noch nicht kennt, scheint mir wesentlich kleiner im Osten als im Westen.
    Da muss schon ein Star in die Stadt oder ins Dorf kommen, um den geneigten Zuschauer vom Sofa zu locken. Dabei ist der Ossi zu Ostzeiten ja zu jedem Rock-/Pop- und Punkkonzert in den Gemeindesaal gerannt. Aber schon in den letzten Jahren vor der Wende schwand das Interesse an Musik aus der Heimat und man lauschte lieber den Westbands im Radio. Nach dem Mauerfall verstärkte sich dieser Trend derart, dass nun niemand mehr etwas von Ostbands hören wollte und dadurch viele Bands zerfielen, weil die nicht damit zurecht kamen, plötzlich vor 50 statt vor 500 Leuten zu spielen. Dummerweise verliefen sich die angesagten Band ausm Westen nur selten nach Gera, Zwickau, Rostock und Greifswald. Also blieb man nun zu Hause und glotzte in den Fernseher. Dummerweise leidet die Jungend unter dieser Erblast, denn sie sind ja eigentlich neugierig, kennen aber das "Weggehen" nur ausm Fernsehen. Darum sind Depeche Mode Parties so angesagt - da weiß man was man bekommt. Ein Plakat von einer a cappella Band, die demnächst hier ihr lustiges Programm zu besten gibt wirkt leider alles andere als einladend.
    Ich denke also, dass die Veranstalter nur auf die Publikumsresonanz reagieren.
    Meine Band hat aktuell ein Ostrock-Programm in der Tasche und wir haben damit gehofft, dem Publikum einen Anreiz mehr zu schaffen, ins Konzert zu gehen. Das hat mal schlecht und mal geht so schlecht funktioniert, jedenfalls nicht so überraschend gut wie in den wenigen Konzerten im Westen, wo die Leute weder uns noch die Musik kannten.
    Ergo richtet sich unser Management nun gen Westen aus.
    Meines Erachtens schließt sich hier der Kreis zu der Diskussion auf vocal-blog.net, über die mediale Präsenz oder auch Nichtpräsenz von a cappella in fast allen Ländern. Wenn a cappella auch mal bei Wetten dass...? erklingen würde, käme auch der Ossi zum Konzert.
    Lasst uns also zusammentun und dafür kämpfen, dass die deutsche Version von "Sing off" dafür sorgt, dass a cappella aus seinem Schattendasein heraustritt, indem endlich ein großes Publikum in Ost und West staunen kann, was mit der Stimme so alles möglich ist und sich das Maul zerreißen kann, ob da nun Musik dabei ist oder nicht.
    Gruß vom muSix-Patrick

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  3. Also ich bin selbst ein "Ost"-A-cappella-Sänger, ansässig in Dresden.
    Es kommen doch schon einige bekanntere Gruppen hierher, z.B. die Wise Guys zweimal im Jahr.
    Es ist hier keineswegs so, dass die Leute nur zu Konzerten von bekannten Gruppen gehen, (sonst würde zu uns auch keiner kommen). Die meisten Menschen sind Kultur gegenüber sehr aufgeschlossen, was man an den unzähligen Veranstaltungen und der riesigen Chorszene hier sieht.
    Ich sehe das große Problem woanders. Es gibt besonders in Dresden und Leipzig sehr sehr viele A-cappella-Gruppen, davon auch viele sehr professionelle. Aber fast keine von diesen schafft es hier weiter nach oben. Sie haben jeweils ihre kleine feste Fangemeinde und das wars. Es ist hier nicht so einfach bekannt zu werden, da es kaum Veranstalter oder Agenturen gibt, die so etwas pushen können oder wollen.
    Gerade an die größeren Veranstaltungsorte kommt man als "Kleiner" nie ran, damit kann man auch auf Dauer nie bekannt werden, egal welche Qualität vorhanden ist. Es ist vor allem ein Problem der Veranstalter, die das Risiko nicht tragen wollen oder können.
    Zu den bekannten "westdeutschen" Gruppen kann man nur sagen, dass sie das selbe Los trifft. Sie sind hier einfach noch nicht so bekannt und stehen bei den Veranstaltern dadurch nicht gerade hoch im Kurs.
    Also ich finde, dass es absolut KEIN Mangel an Fanpotenzial gibt, sondern nur ein Mangel an Partnern, die A-cappella-Musik fördern.
    Nicht umsonst haben das "Ensemble Amarcord" und die "Medlz" ihre eigenen A-capella-Festivals gegründet. Eigentlich traurig, dass die bekannteren Gruppen selbst die einzigen sind, die so etwas hier fördern.

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