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Freitag, 25. Mai 2012

Die "Claudettes" beim Jellycream Club Dresden

So, wieder ein Häkchen an meiner "In diesem Leben erleben"-Wunschliste! Heute Nacht stand ich als Teil eines Background-Trios mit einer Rockband und großartigen Solisten auf der Bühne! Es ist unglaublich, wie schnell es von der Idee bis zur Umsetzung ging! Und wir haben gerockt!! 

Ich bin grad noch viel zu geflasht und kann noch nicht schlafen, also schreibe ich hier gleich mal auf, wie es dazu kam. Wenn wir später mal reich und berühmt werden, könnt ihr hier dann die Entstehungsgeschichte der "Claudettes" nochmal nachvollziehen. Und so haben es ja dann auch die Artikelschreiber einfacher.

Es war einmal ... ein verkapptes Rock Chick*

Als ich Anfang des Jahres Konzertvideos von Hubert von Goisern mit seinen wunderbaren Backgroundmädels von Ganes gesehen habe, wuchs der wagemutige Wunsch in mir, selbst mal in so einem Trio mitzusingen. Wie schnell das wahr werden sollte, konnte ich ja nicht ahnen.

Ich singe seit gut drei Jahren wieder. Sogar in mittlerweile drei Chören**. Aber erst vor kurzem habe ich bemerkt, dass ich mich endlich an den Klang meiner eigenen Singstimme gewöhnt und sie mögen gelernt habe. Als Solosängerin sehe ich mich aber noch lange nicht - wenn überhaupt jemals! Nicht mal eine Ansage kann ich mir schon vorstellen. Lieber verstecke ich mich in der Masse eines Chores und habe damit eine Menge Spaß. Ich genieße die Auftritte, teilweise bin ich dann so richtig im Flow - ein Gefühl, dass mir im Alltag allzu oft abgeht. Ich liebe die Scheinwerfer, den verstärkten Sound, den Applaus, unsere kleinen Touren ... Aber Solo? Nee!

Mit einem Mikro habe ich vorher auch noch nie gesungen, abgesehen von Chormikrofonierung natürlich. Aber die kann man ja mehr oder weniger ignorieren. Ich bin das nicht, die da zu hören ist.

Nun zog es mich irgendwie aber wohl doch mal ein wenig mehr aus der Chormasse heraus. Die Stimmung in Live-Konzertvideos wirkt auf mich einfach magisch anziehend. Und daran, mit einer Rockband zu singen, hatte ich ja schon durch die mittlerweile zwei Jahre bei der Gospelnight Gefallen gefunden.

Dass es jetzt doch so schnell ging mit der Trio-Idee, dem Rampenlicht, habe ich nur Claudia zu verdanken. 

Wo jeder seine 5 Minuten Ruhm bekommen kann 

Was für die Beatles der Cavern Club, ist für die Claudettes der Jellycream Club.

Hier in Dresden gibt es zwei Veranstaltungen mit Open Mic-Charakter, bei denen man auch als Nicht-Profi mit einer Band auf der Bühne stehen kann. Das ist zum einen die Open Mic Night im Blue Note am ersten Donnerstag eines jeden Monats und zum anderen der Jellycream Club in Rosis Amüsierlokal am dritten Donnerstag.

Im Blue Note erlebte ich vor ein paar Monaten zum ersten Mal Claudia auf der Bühne. Eine geborene Solosängerin mit einer Wahnsinnsbühnenpräsenz! Irgendwie blieben wir in Verbindung, und seit ich vor gut vier Wochen ihr gegenüber wage und unsicher erwähnte, dass ich vielleicht gern mal Background singen würde, mich aber nicht traue, ließ sie nicht locker und drängte darauf, dass ich mit ihr einen Song im Jellycream Club mache. Na ja, ich war ja nicht ganz abgeneigt, aber ich hatte so meine eigenen Vorstellungen.

Meine Bedingung

Meine Bedingung war, dass ich nicht allein im Background singe, sondern mit wenigstens einer weiteren Sängerin in meiner Stimmlage. Und erstmal nur ein Lied, so zum Ausprobieren.

Letztendlich wurden es drei - grandiose - Songs, wir waren zu dritt, und wir sangen in unterschiedlichen Tonlagen - und variierten sogar spontan. Aber es war ein wunderbares Gefühl!

Meine Mit-Claudettes

Meine Freundin stand zufällig neben mir, als ich damals Claudia meinen Wunsch anvertraute - mitgefangen, mitgehangen. Arme Silke.

Und meine Schwester singt gern, hat aber gerade kein musikalisches Projekt, und so fragte ich sie einfach mal, ob sie auch Lust hätte. Sie hatte.

Der Name "Claudia & The Claudettes" war nur so ein spontaner Einfall, in Anlehnung an die Motown Bands der 60er Jahre, aber Claudia gab das so weiter (legte sich allerdings selbst ohne unser Wissen einen Künstlernamen zu), und so landeten wir unter dieser Bezeichnung zuerst auf der Jellycream Club-Webseite und später auf der Bühne.

Und mit uns natürlich die Rockband!

Die Jellycream Jamband

Die Band besteht zu großen Teilen aus Musikern der Dresden Beat Band.

1. Matthias "JB" Nutsch - (Ex-)Gastgeber und Vocal
2. Mirko "Doc Brilleaux" Michel - Bass
3. Oliver "Olle" Claus - Altsaxophon
4. Holger "Holle" May - Posaune
5. Daniel "l´oncle" Münzel - Schlagzeug
6. Adrian "Adczek Roebe" Röbisch - Gitarre
7. Gunnar "Gunnae Grimmonschke" Grimmer - Tenorsaxophon
8. Oscar Reineck - Keyboard

Man war sanft zu uns

Toll am Jellycream Club ist, dass man vorher mehrere Proben mit der Band hat. Allein, in diesem Probenraum zu sein, mitten unter den Musikern zu sitzen, diesen Livesound zu erleben ... - ich war im Siebten Himmel! Das ist meine Droge! Ich glaube, ich habe nur noch gegrinst!

Aus eins mach drei - unser Repertoire

Claudia ist nicht nur sehr überzeugend und hartnäckig, sie ist auch eine echte Rockröhre! Und ein großer Fan von Alice Russel; vor ihr kannte ich diese Sängerin noch gar nicht. Jetzt wurde uns von Claudia "Got the Hunger?" als erstes Stück angetragen. Vom Text her genau mein Ding. Und musikalisch - huh!

Ich hatte Claudia schon mit Tina Turners "Nutbush City Limits" auf der Bühne erlebt und mir von ihr mal "Proud Mary" gewünscht, eins meiner Lieblingslieder überhaupt. Und es passt inhaltlich ja auch so hervorragend hierher nach Dresden! Nun schlug sie uns das für unseren gemeinsamen Auftritt vor. Dieser Song, diese Sängerin! Kann es noch perfekter werden?! (Und wir hatten plötzlich gar nichts mehr dagegen, dass es nun schon zwei Songs werden sollten.)

Kurz vor der letzten Probe kam noch per E-Mail der Wunsch des Moderators, Robert, nach einem Backgroundchor für sein letztes Lied - "Unchain my heart" von Ray Charles. So schnell wird aus "ich würde vielleicht mal gern eeeein Lied probieren" ein "wir machen drei, na klar". Aber es lief nicht alles glatt ...

Hürden auf dem Weg zum Ruhm

Eigentlich sind wir alle drei Alt-Stimmen. Aber der Backgroundchor in allen drei Liedern ist
verdammt hoch. Grade das "River dododododododo ..." in "Proud Mary" ...! Silke hatte außerdem ein paar Tage vorher ihre Stimme komplett verloren. Juhu. Nun gut, ihre Höhen waren leider nicht rechtzeitig zum Auftritt zurück, also sangen wir dann doch originalgetreuer mehrstimmig. Stef und mir machten die hohen Töne schließlich sogar richtig Spaß!


Auch der neue Quentin Tarantino-mäßige Rhythmus der Jellycream Jamband für unsere Version von "Unchain my heart" war einfach klasse. Wie wir uns darüber schon in der letzten Probe begeistert hatten! Toll, einfach nur toll!


Der Gig

Am 24. Mai war es soweit. Der Soundcheck war noch schwierig, die Zeit bis zum Auftritt zoooog sich hin, aber endlich standen wir auf der Bühne, und es lief super! Wir hörten uns gut, wir hatten das Gefühl, die richtigen Töne zu finden, wir schienen zu harmonieren und konnten uns ein wenig entspannen und über die ganze Atmosphäre freuen. Was für ein Gefühl!! Unser erster Einsatz kam schon mit dem dritten und vierten Lied, Alice und Tina. Dann konnten wir erstmal durchatmen, während eine weitere Solistin, Mary, ihren großartigen Auftritt absolvierte.

Sorge

Die erste fachkundige Kritik fiel überwiegend lobend aus. Vor allem hatten wir wohl die Töne gut getroffen. Aber ich hatte inzwischen Grund zur Sorge: Jetzt war meine Stimme weg!! Ich klang, als wäre ich im Stimmbruch! War es die Anspannung? Hatte ich doch zu laut gesungen? Oder mich nachher zu laut unterhalten? Ich weiß es nicht. Aber was tun?! Sollten die zwei anderen Claudettes allein zurück auf die Bühne? Ich wollte den Ray so gerne machen. Aber ohne Kontrolle über die Töne? Man sagte mir, ich solle mit hoch und wenigstens so tun als ob. Also ging ich mit nach oben, und wie durch ein Wunder kam sogar meine Stimme zurück. Alles gut. Ich konnte singen. Keine Klagen. Die Stimme blieb auch nachher da (nur die Ohren klingeln noch nach). Und es war so ein grandioses Gefühl!! Ich will mehr!!

Und ich kriege mehr

Bei der nächsten Open Mic Night im Blue Note am 7. Juni werden wir wohl die "Proud Mary" nochmal bringen (leider ohne Bläser, das wird mir wirklich fehlen). Und beim Spezial-Jellycream Club zur BRN am Freitag (!), 15. Juni, gibts uns vermutlich auch wieder, dann auf einer Open Air-Bühne! Was für eine rasante Karriere!

Auch mal mitsingen?

Kannst du! Melde dich einfach über dieses Formular an.


PS: All die wundervollen Graphiken in diesem Beitrag stammen übrigens von der Jellycream Club-Webseite. Genau so liebevoll gestaltet wie die Seite ist der Club selbst. Ihr müsst es selbst erleben! Rosis Amüsierlokal! Hingehen!


*Tatsächlich habe ich die Rock Chick-Shirtkollektion nach meiner ersten Probe mit der Jellycream Jamband/Dresden Beat Band entworfen.

Zum Shirt-Shop (mit weiteren Motiven)


** Chorallen Dresden, Gospelnight Dresden und Jazzchor Dresden




 






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